Wer ein Robin Flugzeug kaufen möchte, entscheidet sich für eine französische Marke mit langer Tradition: Seit 1957 entstehen in Darois bei Dijon im Burgund viersitzige Reise- und Schulflugzeuge, die bis heute in Gemischtbauweise mit Holzstruktur und Stoffbespannung gefertigt werden. Diese Seite fasst die wechselvolle Firmengeschichte von Avions Robin zusammen, zeigt den aktuellen Stand des Herstellers, gibt einen Überblick über die Modelle und nennt Punkte, auf die Sie bei einem Robin gebraucht achten sollten.
Avions Robin: Geschichte eines Herstellers aus dem Burgund
Die Wurzeln von Robin Aircraft liegen im Oktober 1957. Damals gründeten Pierre Robin und Jean Délémontez in Darois nahe Dijon das Unternehmen Centre-Est Aéronautique. Das erste Flugzeug trug den Namen „Jodel Robin“ und verweist damit auf die Verwandtschaft mit den Jodel-Konstruktionen. Aus diesem Muster entwickelte sich die DR100-Familie, die zwischen 1957 und 1972 schrittweise weiterentwickelt wurde. Typisch für die Holzflugzeuge der Marke ist der Knickflügel in Holz-Stoff-Bauweise, wie er auch bei Jodel verwendet wird.
Wichtige Stationen der Firmengeschichte:
- 1957: Gründung von Centre-Est Aéronautique durch Pierre Robin und Jean Délémontez in Darois.
- 1970: Das Unternehmen firmiert als Avions Pierre Robin.
- 1969: Erstflug der HR100, eines Viersitzers mit Metallflügeln nach einem Entwurf von Chris Heintz.
- 1972: Erstflug der DR400 in Darois, die zum erfolgreichsten Muster der Marke wird.
- 1988: Die französische Apex-Gruppe übernimmt Avions Pierre Robin.
- 2008: Apex wird liquidiert, nachdem Probleme bei der Motorenversorgung das Unternehmen in Schwierigkeiten gebracht hatten.
- Mai 2011: Unter dem Namen Robin Aircraft wird die Flugzeugfertigung wieder aufgenommen.
- 2014: Die DR401 löst nach Angaben des Herstellers die DR400 ab.
- 2023: Nach einem Schutzverfahren im Februar, der Zwangsverwaltung im September und der Liquidation im November übernimmt im Dezember die Gesellschaft CEAPR (Centre-Est Aéronautique – Avions Pierre Robin) den Betrieb und stellt rund die Hälfte der Belegschaft wieder ein.
- September 2024: Die französische Luftfahrtbehörde DGAC erteilt CEAPR die Herstellungsgenehmigung.
Zur Modellliste der Marke zählt außerdem das Kunstflugmuster CAP 10, das in der Version CAP 10C NG geführt wird.
Robin Aircraft heute
Nach Angaben der englischsprachigen Wikipedia besitzt CEAPR heute Gelände, Gebäude, die Musterzulassungen und den Markennamen Robin Aircraft. Das Unternehmen verfügt demnach über Genehmigungen als Entwicklungs-, Herstellungs- und Lufttüchtigkeitsbetrieb (Part 21G, Part CAO). Auf der Website des Herstellers wird aktuell die DR401 in mehreren Motorisierungen angeboten: als DR401-120 und DR401-135CDI für die Schulung, als DR401-160 für Schulung und Reise sowie als DR401-155CDI und DR401-180 für den Reiseeinsatz. Eine DR401-200i ist angekündigt.
Der Hersteller betont die handwerkliche Fertigung: Laut Robin Aircraft stecken in jedem Flugzeug rund 170 kg Holz, 38 Meter Bespannstoff und etwa 2.000 Stunden Handarbeit.
Modellübersicht: die wichtigsten Robin-Muster
Im Lauf der Jahrzehnte hat die Marke zwei große Linien hervorgebracht: die DR-Reihe mit Holzstruktur und Knickflügel sowie die HR- und R-Reihen, zu denen die HR100 mit Metallflügeln gehört.
| Baureihe | Merkmale laut Quellen |
|---|---|
| DR100 | erstes Muster, ab 1957 als „Jodel Robin“, bis 1972 weiterentwickelt |
| DR200 / DR300 | Vorgänger der DR400 |
| DR400 | Erstflug 1972, Holz-Stoff-Bauweise, bis 2014 gebaut, mehr als 3.000 verkauft |
| DR401 | Nachfolgerin der DR400 ab 2014, aktuelles Produkt |
| DR500 | weiteres Muster der DR-Familie |
| HR100 | Viersitzer mit Metallflügeln, Erstflug 1969 |
| HR200 | zweisitziges Schulflugzeug aus der HR-Familie |
| R1000 / R2000 / R3000 | weitere Muster der R-Reihe |
| CAP 10C NG | Kunstflugmuster in der Modellliste |
Quelle: Wikipedia (Robin Aircraft, Robin DR400, Robin HR100), Herstellerangaben Robin Aircraft, Stand 2026-10-02.
DR400 und DR401
Die DR400 ist das Aushängeschild der Marke. Nach Herstellerangaben wurden mehr als 3.000 Exemplare verkauft. Je nach Motorisierung ist sie als 2+2-Sitzer oder als vollwertiger Viersitzer ausgelegt, die Versionen tragen Beinamen wie Dauphin, Régent oder Chevalier. Das Muster wird vor allem in der Schulung und im Freizeitflug eingesetzt, besonders verbreitet ist es in Frankreich. Ausführliche Informationen zu Varianten, Daten und Kosten finden Sie auf der Seite Robin DR400 kaufen. Die Nachfolgerin DR401 wird dort ebenfalls behandelt.
Ältere Holz- und Metallmuster
Die frühen DR100-, DR200- und DR300-Modelle sowie die Metallflugzeuge der HR- und R-Reihen tauchen auf dem Gebrauchtmarkt seltener auf. Bei diesen Mustern lohnt es sich besonders, vorab die Ersatzteilversorgung und die Musterbetreuung zu klären. Eine größere Auswahl an Viersitzern anderer Hersteller finden Sie in der Kategorie Motorflugzeug kaufen.
Robin gebraucht kaufen: Hinweise auf Markenebene
Die Holzbauweise ist das wichtigste Merkmal, das einen Robin von Metallflugzeugen unterscheidet. Für den Kauf ergeben sich daraus einige Prüfpunkte:
- Zustand der Holzstruktur: Lassen Sie Verleimungen, Holm und Beplankung von einer Werft mit Holzbau-Erfahrung beurteilen. Feuchtigkeit und Unterstellung sind wichtige Fragen an den Verkäufer.
- Bespannung und Lack: Alter und Zustand der Bespannung beeinflussen den Wert deutlich, weil eine Neubespannung aufwendig ist.
- Hallenunterbringung: Ein dauerhaft im Hangar abgestelltes Flugzeug ist bei Holzbauweise klar im Vorteil.
- Motorisierung: Klären Sie für jede Motorisierung die verbleibende Laufzeit bis zur Überholung. Hintergründe erklärt der Ratgeber TBO Flugmotor.
- Dokumentation: Bordbücher, Lufttüchtigkeitsprüfungen und umgesetzte Lufttüchtigkeitsanweisungen sollten lückenlos sein.
Eine unabhängige Pre Buy Inspection Flugzeug ist bei jedem Gebrauchtkauf empfehlenswert. Wie sich Ihr Wunschflugzeug preislich einordnet, können Sie mit dem Tool Flugzeug Wert berechnen prüfen.
Fazit zur Marke
Avions Robin steht für robuste, handwerklich gebaute Reiseflugzeuge aus Frankreich. Die Firmengeschichte war von mehreren Eigentümerwechseln und Insolvenzen geprägt, die Fertigung in Darois läuft unter CEAPR jedoch weiter. Für Käufer bedeutet das: Die Produktfamilie bleibt betreut, ein sorgfältiger Blick auf Holzstruktur, Bespannung und Dokumentation bleibt aber Pflicht.
Häufige Fragen
Wo werden Robin-Flugzeuge gebaut?
Robin-Flugzeuge entstehen in Darois bei Dijon im Burgund, Frankreich. Dort wurde das Unternehmen 1957 als Centre-Est Aéronautique gegründet.
Werden Robin-Flugzeuge noch neu gebaut?
Ja. Nach der Liquidation von Robin Aircraft im Jahr 2023 übernahm CEAPR im Dezember 2023 den Betrieb und erhielt im September 2024 die Herstellungsgenehmigung der DGAC. Auf der Herstellerwebsite wird die DR401 in mehreren Motorisierungen angeboten.
Worauf sollte ich bei einem Robin gebraucht achten?
Wegen der Holzbauweise mit Stoffbespannung sollten Sie die Struktur von einer Werft mit Holzbau-Erfahrung prüfen lassen. Wichtig sind außerdem Zustand der Bespannung, die Unterbringung des Flugzeugs, die Restlaufzeit des Motors und vollständige Bordbücher.
Welche Bauweise haben Robin-Flugzeuge?
Die DR-Reihe, darunter DR400 und DR401, ist in Holz-Stoff-Bauweise mit Knickflügel gebaut. Die HR100 hat dagegen Metallflügel.
Weiterführende Seiten
Quellen
- Robin Aircraft – Wikipedia, abgerufen am 2.10.2026
- Robin Aircraft – Handcrafted aircrafts since 1957 – Robin Aircraft, abgerufen am 2.10.2026
- Robin DR400 – Wikipedia, abgerufen am 2.10.2026
- Robin HR100 – Wikipedia, abgerufen am 2.10.2026
Zuletzt redaktionell geprüft: 4.10.2026