Wer ein Kunstflugzeug kaufen möchte, sucht ein Flugzeug, das für hohe Lasten, schnelle Rollraten und Rückenflug gebaut und zugelassen ist. Auf dieser Seite finden Sie gefilterte Inserate für Kunstflugzeuge vom zweisitzigen Trainer bis zum einsitzigen Wettbewerbsflugzeug. Darunter erklären wir, was diese Klasse ausmacht, welche Muster verbreitet sind und was Sie bei Lizenz, Kaufprüfung und Versicherung beachten müssen.
Was ein Kunstflugzeug ausmacht
Die EASA-Aircrew-Verordnung definiert Kunstflug als beabsichtigtes Manöver mit abrupter Änderung der Fluglage, ungewöhnlicher Fluglage oder ungewöhnlicher Beschleunigung, das für einen normalen Flug nicht nötig ist. Ein Kunstflugzeug muss für solche Manöver ausdrücklich zugelassen sein. Bei EASA-Mustern steht das im Kennblatt (TCDS), meist als Kategorie „Aerobatic“ neben oder anstelle der Kategorie „Normal“.
Wie groß der Unterschied sein kann, zeigt das EASA-Kennblatt der Extra 300 (EASA.A.362). Es nennt für die Kategorie Normal Lastvielfache von +6/−3, für die Kategorie Aerobatic je nach Modell bis ±10. Für einzelne Modelle legt es in der Kategorie Aerobatic eine geringere Höchstmasse fest als in der Kategorie Normal und begrenzt die im Kunstflug nutzbare Kraftstoffmenge. Ein Akro-Flugzeug ist deshalb nicht automatisch in jeder Beladung kunstflugtauglich.
Die Bandbreite der Klasse ist groß: Sie reicht vom zweisitzigen Trainer mit Tandemsitzen bis zum einsitzigen Wettbewerbsflugzeug. Die drei Muster unten zeigen das gut: ein Tiefdecker in Gemischtbauweise, ein Trainer mit Sternmotor und ein Doppeldecker.
Passende Modelle
Extra 300 und 330
Die Extra 300 aus Hünxe flog laut Wikipedia erstmals am 6. Mai 1988. Sie hat einen Rumpf aus geschweißtem Stahlrohr und einen Flügel mit Kohlefaserholm und trägt einen Lycoming-Einspritzmotor der AEIO-540-Familie. Das EASA-Kennblatt umfasst unter anderem die Modelle 300, 300/S, 300/L, 300/SC und 300/LT. Zur Familie gehören laut Wikipedia auch die stärkeren Weiterentwicklungen 330LX und 330SC. Mehr dazu auf der Seite extra 300 kaufen, einen Überblick über den Hersteller bietet extra flugzeug kaufen.
Yak-52
Die Yak-52 ist ein zweisitziger sowjetischer Kunstflugtrainer mit Neunzylinder-Sternmotor M-14P. Aerostar in Rumänien baute sie laut Wikipedia von 1977 bis 1998. Die Zelle ist für +7/−5 g ausgelegt, Anlasser, Fahrwerk, Klappen und Bremsen arbeiten pneumatisch. Details finden Sie unter yak 52 kaufen und auf der Herstellerseite yak flugzeug kaufen.
Pitts Special
Der Doppeldecker von Curtis Pitts flog erstmals 1944 und wird bis heute gebaut. Es gibt einsitzige S-1 als Selbstbau- und als zugelassene Version sowie die zweisitzigen S-2. Zugelassene Pitts fertigt heute Aviat Aircraft in Wyoming. Für das aktuelle Serienmodell S-2C nennt Wikipedia eine Zulassung für +6/−5 g. Für die Pitts gibt es bei uns noch keine eigene Modellseite.
Kunstflug Flugzeug gebraucht: worauf Sie achten sollten
Ein Kunstflug-Flugzeug gebraucht zu kaufen heißt vor allem, die Belastungsgeschichte der Zelle zu verstehen. Bei einem Reiseflugzeug sagt die Zahl der Flugstunden viel aus, bei einem Akro-Flugzeug zählt zusätzlich, wie hart es geflogen wurde.
- Zulassung und Kategorie: Prüfen Sie im Kennblatt, für welche Kategorie, Masse und Kraftstoffmenge das konkrete Modell im Kunstflug zugelassen ist. Einige Muster sind auch als Selbstbau oder mit nationaler Zulassung unterwegs. Dann gelten andere Regeln für Betrieb und Wartung.
- Lebensdauer und Lastnachweise: Fragen Sie, ob das Muster Lebensdauerbegrenzungen für Zellenbauteile oder Sonderinspektionen nach einer Überlastung vorsieht. Lassen Sie sich dokumentierte g-Überschreitungen und die daraus folgenden Kontrollen zeigen.
- Motor und Propeller: Motor, Propeller und Motorlager werden im Kunstflug stärker beansprucht als im Reiseflug. Prüfen Sie Laufzeiten, Grundüberholungen und Lufttüchtigkeitsanweisungen lückenlos. Zur Laufzeit des Motors hilft die Seite tbo flugmotor.
- Ehemals militärische Muster: Bei Mustern ohne EASA-Musterzulassung nach Anhang I der Verordnung (EU) 2018/1139 bleibt die Musterzuständigkeit laut LBA beim Eintragungsstaat. Klären Sie bei einer Yak-52 vor dem Kauf, auf welcher Grundlage sie in Deutschland zugelassen ist oder werden kann.
- Kaufprüfung durch Spezialisten: Lassen Sie das Flugzeug von einem Betrieb mit Mustererfahrung prüfen. Den Ablauf beschreibt pre buy inspection flugzeug.
Lizenz: Kunstflugberechtigung nach FCL.800
Wer mit einem Flugzeug oder Reisemotorsegler Kunstflug betreibt, braucht neben LAPL(A) oder PPL(A) die Kunstflugberechtigung nach FCL.800. Voraussetzung sind nach der aktuellen EASA-Fassung mindestens 30 Stunden als verantwortlicher Pilot nach Lizenzerteilung. Dazu kommt ein Lehrgang an einer DTO oder ATO mit Theorie und mindestens 5 Stunden Kunstflugausbildung. Ohne diese Berechtigung dürfen Sie ein Kunstflugzeug zwar fliegen, aber keinen Kunstflug durchführen. Fliegen Sie bisher nur Bugradflugzeuge, empfiehlt die EASA vor dem ersten Flug mit einem Spornradmuster eine Umschulung mit Lehrer. In Deutschland liegt die Mindesthöhe für Kunstflug laut Wikipedia bei 450 Metern über Grund.
Versicherung
Die Halter-Haftpflicht ist für die Verkehrszulassung Pflicht, wer Gäste mitnimmt, braucht eine Passagier-Haftpflicht. Bei der Prämie spielen laut aerokurier unter anderem Wert, Einsatzzweck sowie Anzahl und Erfahrung der Piloten eine Rolle. Für ein Akro-Flugzeug ist der Einsatzzweck Kunstflug ein wesentlicher Faktor. Klären Sie deshalb vor dem Kauf, ob der Versicherer Kunstflug, Training und Wettbewerbe ausdrücklich einschließt, und lassen Sie sich die Bedingungen für Kaskoschäden im Kunstflug schriftlich geben. Mehr dazu auf der Seite flugzeug versicherung.
Akro Flugzeug kaufen: Einsteiger oder Wettbewerb?
Bevor Sie ein Akro-Flugzeug kaufen, sollten Sie Ihr Ziel festlegen. Für die Ausbildung und gemeinsames Training eignet sich ein zweisitziger Trainer, mit dem auch ein Fluglehrer an Bord sein kann. Wer in höheren Wettbewerbsklassen fliegen will, landet eher bei einem einsitzigen, hoch belastbaren Muster mit kleinerer Spannweite. Diese Flugzeuge sind deutlich weniger reisetauglich. Die laufenden Kosten für Motor, Propeller und Versicherung können Sie mit dem flugzeug kosten rechner abschätzen.
Häufige Fragen
Welche Lizenz brauche ich, um Kunstflug zu fliegen?
Sie benötigen eine LAPL(A) oder PPL(A) und zusätzlich die Kunstflugberechtigung nach FCL.800. Voraussetzung sind mindestens 30 Stunden als verantwortlicher Pilot nach Lizenzerteilung sowie ein Lehrgang an einer DTO oder ATO mit Theorie und mindestens 5 Stunden Kunstflugausbildung.
Woran erkenne ich, ob ein Flugzeug kunstflugtauglich ist?
Maßgeblich ist das Kennblatt des Musters. Bei EASA-Mustern ist dort die Kategorie Aerobatic mit ihren Lastvielfachen, Massen- und Kraftstoffgrenzen festgelegt. Ohne diese Zulassung ist Kunstflug mit dem Flugzeug nicht erlaubt.
Was muss ich prüfen, wenn ich ein Kunstflug-Flugzeug gebraucht kaufe?
Neben Bordbüchern und Motorlaufzeit zählt die Belastungsgeschichte der Zelle: dokumentierte Überlastungen, daraus folgende Inspektionen und eventuelle Lebensdauergrenzen. Lassen Sie die Kaufprüfung von einem Betrieb mit Mustererfahrung durchführen.
Deckt die normale Flugzeugversicherung Kunstflug ab?
Nicht automatisch. Der Einsatzzweck beeinflusst Prämie und Deckung, deshalb sollten Sie mit dem Versicherer ausdrücklich vereinbaren, dass Kunstflug, Training und gegebenenfalls Wettbewerbe eingeschlossen sind.
Weiterführende Seiten
Quellen
- EASA TCDS EASA.A.362 – EA 300 – EASA, abgerufen am 2.10.2026
- Easy Access Rules for Aircrew (Regulation (EU) No 1178/2011), November 2025 – EASA, abgerufen am 2.10.2026
- Anhang-I-Luftfahrzeuge: Musterzuständigkeit – Luftfahrt-Bundesamt, abgerufen am 2.10.2026
- Einblick in die wichtigsten Policen: Luftfahrtversicherungen – aerokurier, abgerufen am 2.10.2026
- Extra EA-300 – Wikipedia, abgerufen am 2.10.2026
- Yakovlev Yak-52 – Wikipedia, abgerufen am 2.10.2026
- Pitts Special – Wikipedia, abgerufen am 2.10.2026
- Kunstflug – Wikipedia, abgerufen am 2.10.2026
Zuletzt redaktionell geprüft: 4.10.2026