Wer ein Elektroflugzeug kaufen möchte, bewegt sich in einem noch kleinen, aber technisch spannenden Marktsegment. Auf dieser Seite finden Sie gefilterte Inserate für elektrisch angetriebene Flugzeuge, Motorsegler und Ultraleichtflugzeuge. Wer ein E-Flugzeug kaufen will, sollte die Grenzen der Technik genauso kennen wie ihre Vorteile. Darunter erklären wir deshalb, was ein Elektroflugzeug ausmacht, welche Muster es gibt, worauf Sie beim Kauf achten sollten und welche Lizenz- und Versicherungsfragen sich stellen.
Was ein Elektroflugzeug ausmacht
Ein Elektroflugzeug bezieht seine Antriebsenergie nicht aus Kraftstoff, sondern aus elektrischer Energie, in der allgemeinen Luftfahrt fast immer aus Lithium-Ionen-Akkus. Daneben gibt es Solarflugzeuge, Brennstoffzellen- und Hybridkonzepte, die für Privatkäufer bislang kaum eine Rolle spielen.
Elektrisches Fliegen ist älter, als viele denken: Der erste bemannte Flug eines Elektroflugzeugs gelang laut Wikipedia am 21. Oktober 1973 mit der MB-1E des Österreichers Heino Brditschka. Im Segelflug kam der Elektroantrieb früh in Serie: 2006 erhielt der Lange Antares 20E als eigenstartfähiger Segler mit Elektromotor eine EASA-Zulassung.
Der Meilenstein für Motorflugzeuge folgte am 10. Juni 2020. An diesem Tag erteilte die EASA der Pipistrel Velis Electro (Musterbezeichnung Virus SW 128) die Musterzulassung. Nach Angaben der EASA war es die weltweit erste Musterzulassung eines vollelektrischen Flugzeugs; zuvor war bereits der Elektromotor E-811 zugelassen worden.
Elektroflugzeug Reichweite: die zentrale Einschränkung
Die wichtigste Frage beim E-Flugzeug ist die Ausdauer. Die Energiedichte heutiger Akkus liegt um ein Vielfaches unter der von Flugkraftstoff. Die deutschsprachige Wikipedia nennt für Kerosin 43 MJ/kg, für die besten Lithium-Ionen-Akkus dagegen nur rund 1 MJ/kg.
Wie sich das in der Praxis auswirkt, zeigt die Velis Electro. Pipistrel gibt eine typische Flugdauer von 50 Minuten plus VFR-Reserve an. Die Maschine ist auf Tag-VFR beschränkt, und laut Wikipedia ist der Start bei einem Ladezustand unter 50 Prozent nicht zulässig. Das Muster ist deshalb vor allem für die Platzrunden-Schulung gedacht, nicht für Überlandreisen. Wenn Sie die Elektroflugzeug-Reichweite planen, rechnen Sie mit der Reserve und nicht mit dem Datenblatt-Maximum.
Passende Modelle
- Pipistrel Velis Electro: zweisitzig, EASA-zugelassen nach CS-LSA, Elektromotor E-811 mit 57,6 kW, zwei flüssigkeitsgekühlte Akkus mit zusammen 20 kWh, MTOW 600 kg. Eine ausführliche Modellseite finden Sie unter Pipistrel Velis kaufen.
- Pipistrel Alpha Electro: der elektrische Vorgänger auf Basis des Alpha Trainer, 2015 vorgestellt. Hintergrund zur Basiszelle bietet die Seite Pipistrel Alpha kaufen.
- Elektro-Motorsegler: Pipistrel Taurus und Lange Antares 20E zählen zu den bekanntesten Seglern mit Elektroantrieb, siehe Pipistrel Taurus kaufen.
- Elektro-UL: Mit dem eSpyder von Yuneec gibt es laut Wikipedia seit 2013 ein rein elektrisch angetriebenes Ultraleichtflugzeug mit deutscher Musterzulassung. Dazu kommen Projekte wie die Elektra One.
Eine Übersicht über die Marke bietet die Seite Pipistrel kaufen.
Elektro UL kaufen oder EASA-Flugzeug?
Wer ein Elektro UL kaufen will, sollte zuerst klären, in welcher Klasse das Gerät zugelassen ist. Die Velis Electro ist trotz ihrer Verwandtschaft zum UL Virus SW ein EASA-zugelassenes Flugzeug. Sie unterliegt daher Part-21, der EASA-Instandhaltung und den EASA-Lizenzregeln. Ein Elektro-UL ist dagegen national zugelassen und wird mit der UL-Lizenz geflogen. Grundlegendes zur UL-Klasse erklären die Seiten ultraleichtflugzeug kaufen und 600 kg UL.
Worauf Sie beim Kauf achten sollten
- Akkuzustand: Der Akku ist das teuerste Verschleißteil. Lassen Sie sich Ladezyklen, Alter, Ladehistorie und den vom Hersteller dokumentierten Zustand nachweisen. Klären Sie direkt beim Hersteller, wann ein Akkutausch fällig wird und was er kostet. Bei der Velis Electro sind die Akkus wegen der Flüssigkeitskühlung nicht als Wechselakku ausgelegt.
- Ladeinfrastruktur: Laut Hersteller braucht die Velis Electro ein externes Ladegerät. Prüfen Sie, ob es zum Kauf gehört und ob Ihr Heimatflugplatz den nötigen Stromanschluss bietet.
- Software und Service: Elektrische Antriebe werden über Steuergeräte und Software betrieben. Fragen Sie nach dem Update-Stand und nach einem Servicepartner in Ihrer Nähe.
- Einsatzprofil: Passt eine Flugdauer von deutlich unter einer Stunde zu Ihrem Fliegen? Für Platzrunden, Schulung und kurze Ausflüge ja, für Reisen kaum.
- Dokumentation: Wie bei jedem Gebrauchtflugzeug gehören Bordbuch, Wartungsnachweise und Lufttüchtigkeitsstatus zur Prüfung. Die Seite pre buy inspection flugzeug zeigt den Ablauf einer Kaufprüfung.
Lizenz für ein E-Flugzeug
Seit der Änderung der EASA-Aircrew-Verordnung zählt die Klasse SEP ausdrücklich auch Flugzeuge, deren einzelner Propeller von einem Elektromotor angetrieben wird. Ein EASA-Elektroflugzeug wie die Velis Electro fliegen Sie also mit LAPL(A) oder PPL(A) und SEP-Klassenberechtigung. Die EASA führt „SEP (land) with an electric engine“ als eigene Variante. Für sie ist eine Unterschiedsschulung nach FCL.710 nötig, die ein entsprechend qualifizierter Lehrer durchführen kann. Ein Elektro-UL fliegen Sie dagegen in Deutschland mit der Sportpilotenlizenz (SPL) für Ultraleichtflugzeuge.
Versicherung
Ein Flugzeug lässt sich in Deutschland nur mit Halter-Haftpflichtversicherung zum Verkehr zulassen. Die Mindestdeckung richtet sich nach der Höchstabflugmasse. Für Flugzeuge unter 1.000 kg MTOW nennt der aerokurier 1,5 Millionen Sonderziehungsrechte, wer Gäste mitnimmt, braucht zusätzlich eine Passagier-Haftpflicht. Weil Akku und Antrieb einen großen Teil des Werts ausmachen, lohnt bei der Kaskoversicherung ein genauer Blick darauf, wie Akkuschäden gedeckt sind. Einen Überblick gibt die Seite flugzeug versicherung.
Betriebskosten richtig einschätzen
Pipistrel wirbt mit geringen Betriebskosten, weil kein Kraftstoff anfällt. In einer ehrlichen Rechnung müssen Sie jedoch den Wertverlust des Akkus pro Flugstunde einplanen. Mit dem flugzeug kosten rechner können Sie Strom, Akkurücklage, Wartung, Versicherung und Hangar gegenüberstellen.
Häufige Fragen
Welche Reichweite hat ein Elektroflugzeug?
Bei heutigen Akkus wird eher von Flugdauer als von Reichweite gesprochen. Für die Pipistrel Velis Electro nennt der Hersteller eine typische Flugdauer von 50 Minuten plus VFR-Reserve, was vor allem für Platzrunden und Schulung reicht.
Welche Lizenz brauche ich für ein EASA-zugelassenes Elektroflugzeug?
Elektroflugzeuge mit einem Propeller gehören zur Klasse SEP. Sie fliegen sie mit LAPL(A) oder PPL(A) und SEP-Klassenberechtigung, für die Variante mit Elektromotor ist nach EASA-Regeln eine Unterschiedsschulung nötig.
Kann ich ein Elektro UL kaufen und mit der UL-Lizenz fliegen?
Ja, sofern das Gerät als Ultraleichtflugzeug zugelassen ist. Laut Wikipedia gibt es mit dem Yuneec eSpyder seit 2013 ein rein elektrisches UL mit deutscher Musterzulassung. Die Velis Electro ist dagegen ein EASA-Flugzeug und kein UL.
Worauf muss ich beim gebrauchten E-Flugzeug besonders achten?
Entscheidend ist der Akkuzustand. Lassen Sie sich Ladezyklen, Alter und Herstellerbefund nachweisen, und klären Sie Kosten und Zeitpunkt eines Akkutauschs, bevor Sie den Preis verhandeln.
Weiterführende Seiten
Quellen
- EASA certifies electric aircraft, first type certification for fully electric plane world-wide – EASA, abgerufen am 2.10.2026
- Velis Electro – Pipistrel, abgerufen am 2.10.2026
- Easy Access Rules for Aircrew (Regulation (EU) No 1178/2011), November 2025 – EASA, abgerufen am 2.10.2026
- Einblick in die wichtigsten Policen: Luftfahrtversicherungen – aerokurier, abgerufen am 2.10.2026
- Pipistrel Velis Electro – Wikipedia, abgerufen am 2.10.2026
- Pipistrel Alpha Trainer – Wikipedia, abgerufen am 2.10.2026
- Elektroflugzeug – Wikipedia, abgerufen am 2.10.2026
- Ultraleichtflugzeug – Wikipedia, abgerufen am 2.10.2026
Zuletzt redaktionell geprüft: 4.10.2026