Wer eine Pioneer 300 kaufen möchte, sucht einen schnellen zweisitzigen Holz-Composite-Tiefdecker aus Italien, der in Deutschland als Ultraleichtflugzeug mit bis zu 600 kg Abflugmasse zugelassen ist. Die Alpi Pioneer 300 gibt es mit Einziehfahrwerk oder festem Fahrwerk, mit kurzem oder normalem Flügel und als Komfortversion Pioneer 300 Griffon. Auf dieser Seite finden Sie Geschichte, Varianten, technische Daten aus dem DAeC-Kennblatt, Lizenzfragen, Kostenlogik und Prüfpunkte für den Kauf. Mehr zum Hersteller lesen Sie unter alpi aviation kaufen, einen Überblick über die Klasse unter ultraleichtflugzeug kaufen.
Überblick & Geschichte
Laut deutscher Wikipedia baute eine Gruppe von Amateur-Flugzeugbauern auf Grundlage von Erfahrungen mit dem Asso-Projekt aus der Mitte der 1990er-Jahre im Jahr 1998 das erste Ultraleichtflugzeug mit der Bezeichnung Pioneer 300. 1999 wurde Alpi Aviation S.r.l. in der Provinz Pordenone gegründet, die erste Bestellung kam im selben Jahr aus Deutschland. Die englische Wikipedia beschreibt die Pioneer 300 als Ableitung des Asso V Champion; fliegermagazin bezeichnet den Selbstbau-Typ Asso V als konstruktiv eng verwandt mit der Pioneer 300.
Die Bauweise ist laut DAeC-Kennblatt gemischt aus Holz und Kunststoff: ein Holzgerüst mit Composite-Beplankung, Tiefdecker mit Kreuzleitwerk, zwei Sitze nebeneinander unter einer Blasenhaube und ein Bugradfahrwerk, wahlweise einziehbar oder fest. Die Pioneer 300 wird laut Wikipedia weiterhin gebaut, sowohl als Bausatz als auch flugfertig. Im Oktober 2025 übernahm nach Angaben der englischen Wikipedia die RedFish LongTerm Capital über eine Tochter das Unternehmen.
Für den deutschen Markt erteilte das Luftsportgeräte-Büro des DAeC im September 2021 die Musterzulassung mit dem Kennblatt 66187 nach den Bauvorschriften LTF-UL 2019. Musterbetreuer ist neben Alpi Aviation die Pioneer Aircraft GmbH in Vreden. Ältere Pioneer 300 fliegen mit früheren Zulassungen und niedrigeren Abflugmassen; das Kennblatt hält ausdrücklich fest, dass bestehende Zulassungen nicht aufgelastet werden.
Varianten
Pioneer 300 mit Einziehfahrwerk
Die Grundversion mit einziehbarem Bugradfahrwerk ist auf Reisegeschwindigkeit ausgelegt. Laut aerokurier nennt Alpi für die 600-kg-Version eine Reisegeschwindigkeit von 255 km/h mit langem und 265 km/h mit kurzem Flügel. Historische Baureihen wie Pioneer 300 Standard, Hawk und Turbo sind laut Wikipedia nicht mehr im Programm, tauchen aber auf dem Gebrauchtmarkt auf.
Pioneer 300 Kite / FG mit festem Fahrwerk
Die Version mit festem Fahrwerk heißt in Deutschland Kite, international auch Pioneer 300 FG. Sie ist einfacher und günstiger. Bei der Zulassung 2021 lag ihre Abflugmasse laut aerokurier zunächst bei 560 kg, die Auflastung auf 600 kg war angekündigt. Das Kennblatt in Ausgabe 3 vom Juli 2023 nennt 600 kg für Fest- und Einziehfahrwerk.
Pioneer 300 Griffon
Die Pioneer 300 Griffon ist die Komfortversion mit Einziehfahrwerk. Laut Wikipedia hat sie eine breitere Kabine und elektrisch verstellbare Sitze. Im DAeC-Kennblatt ist sie als eigene Baureihe „300 Griffon" eingetragen.
Kurzer und normaler Flügel
Das Kennblatt unterscheidet die Baureihe S mit 7,54 m Spannweite und die Baureihe N mit 8,15 m. Der Rotax 915 iS ist nur mit kurzem Flügel und Einziehfahrwerk zugelassen.
Pioneer 330 Acro
Die Kunstflugversion Pioneer 330 ist laut Wikipedia für Lastvielfache von +6/−3 g ausgelegt und ein eigenes Muster.
Technische Daten
Die folgenden Pioneer 300 technische Daten stammen überwiegend aus dem DAeC-Kennblatt 66187 (600-kg-Zulassung).
| Merkmal | Pioneer 300 (DAeC 66187) |
|---|---|
| Sitzplätze | 2 nebeneinander |
| Bauweise | Holz/Kunststoff, Tiefdecker |
| Spannweite | 7,54 m (S) / 8,15 m (N) |
| Flügelfläche | 10,0 m² (S) / 10,9 m² (N) |
| Länge | 6,37 m |
| MTOW mit Rettungsgerät | 600 kg |
| Motoren | Rotax 912 ULS, 912 iS/iSc, 915 iS3 A |
| VNE (CAS) | 320 km/h (S) / 310 km/h (N) |
| Geschwindigkeit bei max. Dauerleistung | 265 km/h (S) / 255 km/h (N) |
| Mindestgeschwindigkeit | 76 km/h (S) / 74 km/h (N) |
| Tankinhalt | 2 × 40 l Flächentanks (optional 2 × 54 l, Zusatztank 32 l) |
| Rettungsgerät | Junkers Magnum 601 |
Quelle: DAeC-Kennblatt 66187, Ausgabe 3 vom 25.07.2023. Leermasse und Steigrate laut Wikipedia (Pioneer 300 Standard, ältere Zulassung): 285 kg und 8 m/s.
Pioneer 300 Reichweite und Verbrauch
Eine belastbare Herstellerangabe zur Pioneer 300 Reichweite und zum Pioneer 300 Verbrauch konnten wir nicht prüfen, da die Herstellerseite für uns nicht abrufbar war. Die Reichweite hängt stark von Tankkonfiguration (laut Kennblatt 80 l, alternativ 108 l, mit Rumpfzusatztank 112 oder 140 l), Motor und Reisegeschwindigkeit ab. Lassen Sie sich vom Verkäufer Verbrauchsaufzeichnungen aus dem Bordbuch zeigen.
Benötigte Lizenz & Luftfahrzeugklasse
In Deutschland ist die Pioneer 300 ein aerodynamisch gesteuertes Ultraleichtflugzeug nach LTF-UL. Sie benötigen eine Sportpilotenlizenz (SPL) für Ultraleichtflugzeuge; was die Ausbildung kostet, zeigt ul schein kosten. Welche Abflugmasse für ein konkretes Flugzeug gilt, hängt vom eingetragenen Kennblatt ab. Hintergründe zur neuen Gewichtsklasse finden Sie unter 600 kg ul. Für das Einziehfahrwerk und den Verstellpropeller ist eine gründliche Einweisung sinnvoll. Ausländische Exemplare können als Experimental oder Light Sport Aircraft registriert sein; klären Sie vor einem Import, unter welchem Kennblatt das Flugzeug in Deutschland zugelassen werden kann.
Gebrauchtpreise
Für den Pioneer 300 Preis auf dem Gebrauchtmarkt liegt uns keine öffentlich verifizierbare Preisspanne vor (Stand 02.10.2026). Die Marktpreise schwanken stark nach Baujahr, Zulassung (ältere Zulassung oder 600 kg), Fahrwerk, Motor, Propeller und Avionik. Als Orientierung für Neuflugzeuge nannte aerokurier im Oktober 2021 Nettopreise von 105.000 Euro für die Kite und 200.000 Euro für die Griffon. Wenn Sie eine Pioneer 300 gebraucht suchen oder eine Pioneer 300 zu verkaufen haben, hilft der flugzeug wert berechnen-Check bei der Einordnung. Kosten der gesamten Klasse erklärt was kostet ein ultraleichtflugzeug.
Betriebskosten pro Stunde und Jahr
Die Pioneer 300 Kosten pro Stunde ergeben sich aus variablen und fixen Posten. So rechnen Sie:
- Kraftstoff: Ihr gemessener Verbrauch in l/h mal Kraftstoffpreis. Rotax nennt für den 912 ULS als zulässige Kraftstoffe Mogas mit mindestens ROZ 95 sowie AVGAS 100LL; maßgeblich ist das Flughandbuch.
- Motorrücklage: Rotax hat die TBO des 912 UL/ULS mit Service Bulletin SB-912-057UL ab bestimmten Seriennummern auf 2.000 Stunden bzw. 15 Jahre angehoben. Teilen Sie die erwarteten Überholungskosten durch die Reststunden. Mehr dazu unter tbo flugmotor.
- Wartung: 100-Stunden- und Jahresnachprüfung nach Wartungshandbuch, Einziehfahrwerk und Verstellpropeller zusätzlich.
- Fixkosten: Haftpflicht- und Kaskoversicherung, Halle, Rettungsgerät-Wartung.
Belastbare Euro-Werte für Versicherung, Wartung und Überholung liegen uns nicht vor. Mit dem flugzeug kosten rechner rechnen Sie mit Ihren eigenen Werten.
Typische Schwachstellen & Pre-Buy-Checks
Als recherchebasierte Halterperspektive gilt: Die Pioneer 300 wird für ihre Reisegeschwindigkeit geschätzt; Holz-Composite-Bauweise und Einziehfahrwerk verlangen aber eine sorgfältige Prüfung. Achten Sie vor allem auf:
- Zulassung und Kennblatt: Gilt das DAeC-Kennblatt 66187 oder eine ältere Zulassung? Eine Auflastung bestehender Zulassungen auf 600 kg ist laut Kennblatt nicht vorgesehen.
- Holzstruktur: Feuchtigkeit, Verklebungen und Lackschäden, besonders an Flügelwurzel und Rumpfunterseite.
- Einziehfahrwerk: Funktion, Notausfahrsystem, Warnanzeige, Verschleiß an Gelenken; Landungen mit eingefahrenem Fahrwerk im Bordbuch erfragen.
- Propeller: Bei Verstellpropellern Regler und Wartungsnachweise prüfen.
- Rettungsgerät: Typ, Packdatum und Raketenfrist, siehe ul rettungssystem.
- Motor: Seriennummer, TBO-Status, Umsetzung der Rotax-Service-Bulletins.
Eine unabhängige Prüfung durch einen Prüfer mit Holz- und Composite-Erfahrung ist empfehlenswert, siehe pre buy inspection flugzeug.
Vor- und Nachteile
Vorteile
- Hohe Reisegeschwindigkeit, laut Kennblatt bis 265 km/h bei maximaler Dauerleistung
- 600 kg Abflugmasse nach aktuellem DAeC-Kennblatt
- Große Auswahl an Motoren bis zum Rotax 915 iS
- Komfortversion Griffon mit breiterer Kabine
Nachteile
- Holz-Composite-Bauweise erfordert sorgfältige Pflege und Hallenunterstellung
- Einziehfahrwerk und Verstellpropeller erhöhen Wartungsaufwand und Bedienfehlerrisiko
- Keine Auflastung älterer Zulassungen auf 600 kg
- Herstellerdaten zu Verbrauch und Reichweite schwer zugänglich
Alternativen
Wer eine schnelle Reise-UL sucht, sollte auch diese Muster vergleichen:
Kostenrechner Alpi Pioneer 300
Vorbefüllt mit recherchierten Werten dieses Modells, sofern belegbar. Ergänzen Sie Versicherung, Hangar und Wartung mit Ihren Angeboten.
Kosten pro Flugstunde
0 €
Kosten pro Jahr
0 €
davon Fixkosten / Jahr
0 €
Variable Kosten je Stunde: Kraftstoff 0 € + Wartung 0 € + Motorrücklage 0 €. Werte sind Schätzungen; ersetzen Sie sie durch Ihre tatsächlichen Angebote.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Pioneer 300, Kite und Griffon?
Die Pioneer 300 hat ein Einziehfahrwerk, die Kite ein festes Fahrwerk. Die Pioneer 300 Griffon ist die Komfortversion mit Einziehfahrwerk, laut Wikipedia mit breiterer Kabine und elektrisch verstellbaren Sitzen.
Wie schwer darf eine Pioneer 300 abheben?
Nach dem DAeC-Kennblatt 66187 (Ausgabe 3, Juli 2023) beträgt die maximale Abflugmasse mit Rettungsgerät 600 kg, sowohl mit Fest- als auch mit Einziehfahrwerk. Bestehende ältere Zulassungen werden laut Kennblatt nicht aufgelastet.
Welche Motoren sind in der Pioneer 300 zugelassen?
Das Kennblatt nennt Rotax 912 ULS, Rotax 912 iS/iSc und Rotax 915 iS3 A. Der Rotax 915 ist nur mit kurzem Flügel und Einziehfahrwerk zugelassen.
Wie schnell ist die Pioneer 300?
Das Kennblatt nennt bei maximaler Dauerleistung 265 km/h mit kurzem und 255 km/h mit langem Flügel. Die Höchstgeschwindigkeit VNE liegt bei 320 bzw. 310 km/h (CAS).
Was kostet eine Pioneer 300 gebraucht?
Eine öffentlich verifizierbare Gebrauchtpreisspanne liegt uns nicht vor. Als Neupreis nannte aerokurier im Oktober 2021 netto 105.000 Euro für die Kite und 200.000 Euro für die Griffon; Gebrauchtpreise hängen stark von Zulassung, Motor und Ausstattung ab.
Welche Lizenz brauche ich für die Pioneer 300?
In Deutschland fliegen Sie die Pioneer 300 als Ultraleichtflugzeug mit einer Sportpilotenlizenz (SPL). Für Einziehfahrwerk und Verstellpropeller ist eine gründliche Einweisung sinnvoll.
Alles rund um Alpi Pioneer 300
Quellen
- DAeC-Kennblatt 66187 Pioneer 300 / 300 Griffon, Ausgabe 3 vom 25.07.2023 – DAeC Luftsportgeräte-Büro, abgerufen am 2.10.2026
- Neue Zulassung für Pioneer 300 – aerokurier, abgerufen am 2.10.2026
- Asso V 600 erhält Musterzulassung – fliegermagazin, abgerufen am 2.10.2026
- Service Bulletin SB-912-057UL: Extension of TBO for Rotax 912 (Series) – BRP-Rotax, abgerufen am 2.10.2026
- Rotax 912 ULS/S – BRP-Rotax, abgerufen am 2.10.2026
- Alpi Pioneer 300 – Wikipedia, abgerufen am 2.10.2026
- Alpi Aviation – Wikipedia, abgerufen am 2.10.2026
- Alpi Aviation – Wikipedia, abgerufen am 2.10.2026
Zuletzt redaktionell geprüft: 4.10.2026