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PPL & LAPL: Kosten und Ablauf

Aktualisiert am 4.10.2026

Die PPL Kosten sind für viele angehende Piloten die erste große Frage, noch bevor es um den Flugzeugtyp oder die Flugschule geht. Die Antwort hängt davon ab, welche Lizenz Sie anstreben, wie viele Stunden Sie über das gesetzliche Minimum hinaus brauchen und welche Nebenkosten Sie einrechnen. Dieser Ratgeber erklärt den Unterschied zwischen LAPL(A) und PPL(A) und zeigt den Ablauf der Ausbildung. Er stellt veröffentlichte Kostenaufstellungen vor und nennt die laufenden Kosten, die nach der Prüfung anfallen. So können Sie Ihr Budget realistisch planen.

LAPL oder PPL: Welche Lizenz passt?

Die Verordnung (EU) Nr. 1178/2011 kennt für den nichtgewerblichen Flug mit Flugzeugen zwei Lizenzen: die Leichtluftfahrzeug-Pilotenlizenz LAPL(A) und die Privatpilotenlizenz PPL(A). Beide Lizenzen sind unbefristet gültig. Für die Ausübung der Rechte brauchen Sie aber immer ein gültiges Tauglichkeitszeugnis und eine gültige Zuverlässigkeitsüberprüfung nach § 7 Luftsicherheitsgesetz.

Rechte der LAPL(A)

Mit einer LAPL(A) dürfen Sie als verantwortlicher Pilot ohne Vergütung im nichtgewerblichen Betrieb einmotorige Kolbenflugzeuge (SEP) oder Reisemotorsegler (TMG) bis 2.000 kg höchstzulässiger Startmasse fliegen. Es dürfen höchstens vier Personen an Bord sein, also bis zu drei Passagiere. Passagiere dürfen Sie erst mitnehmen, wenn Sie nach Erteilung der Lizenz 10 Stunden als verantwortlicher Pilot geflogen sind. Die LAPL(A) ist nicht ICAO-konform. Sie gilt deshalb nur in den Staaten, die die Verordnung (EU) Nr. 1178/2011 anwenden.

Rechte der PPL(A)

Die PPL(A) ist ICAO-konform und berechtigt zum Fliegen von Flugzeugen und TMG im nichtgewerblichen Betrieb, auch außerhalb Europas. Sie schließt alle Rechte der LAPL(A) ein und ist die Grundlage für weitere Berechtigungen, etwa für mehrmotorige Flugzeuge oder den Instrumentenflug.

Vergleich auf einen Blick

MerkmalLAPL(A)PPL(A)
Mindest-Flugausbildung30 Stunden45 Stunden
Theorie (Richtwert laut EASA)ca. 100 Stundenca. 100 Stunden
FlugzeugeSEP und TMG bis 2.000 kg MTOMFlugzeuge und TMG, weitere Klassen erweiterbar
Personen an Bordhöchstens 4richtet sich nach Flugzeug und Berechtigung
Tauglichkeitmindestens LAPL-Tauglichkeitszeugnismindestens Klasse 2
ICAO-konformneinja
Erhalt der Rechtefortlaufende Flugerfahrung in 24 MonatenVerlängerung der Klassenberechtigung alle 2 Jahre

Quellen: EASA, Gemeinsame Obere Luftfahrtbehörde Berlin-Brandenburg.

Wer mit der LAPL beginnt, kann später auf die PPL aufstocken. Laut EASA erhalten Sie dabei die volle Anrechnung der Theorie und eine reduzierte Flugausbildung.

Ablauf der Ausbildung

Die Ausbildung findet an einer behördlich zugelassenen Flugschule oder einem Verein mit Ausbildungsbetrieb statt. In der Praxis sieht der Ablauf meist so aus:

  1. Anmeldung und Vorbereitung: Anmeldung bei der Flugschule, Antrag auf Zuverlässigkeitsüberprüfung und Termin beim Fliegerarzt für das Tauglichkeitszeugnis.
  2. Theorie: EASA nennt für beide Lizenzen etwa 100 Stunden Theorieunterricht, heute oft als Kombination aus Online-Kurs und Präsenzunterricht.
  3. Flugausbildung: mindestens 30 Stunden für die LAPL(A) oder 45 Stunden für die PPL(A), mit Schulflügen, ersten Alleinflügen und Überlandflügen.
  4. Sprechfunk: Das Sprechfunkzeugnis (BZF) wird meist parallel erworben. Für den Funkverkehr muss außerdem ein Sprachenvermerk in der Lizenz eingetragen sein.
  5. Praktische Prüfung: Prüfungsflug mit einem Prüfer. Nach dem Bestehen stellt die Behörde die Lizenz aus.

Wie lange das dauert, hängt vor allem vom Wetter, der Verfügbarkeit von Fluglehrern und Flugzeugen und Ihrer eigenen Zeit ab. Eine fliegermagazin-Autorin brauchte für ihre PPL zwei Jahre.

Privatpilotenlizenz Kosten: veröffentlichte Beispielrechnungen

Die Kosten der Privatpilotenlizenz setzen sich aus Flugstunden mit Fluglehrer, Landegebühren, Theoriekurs, Prüfungs- und Behördengebühren, dem Tauglichkeitszeugnis sowie Lernmaterial und Ausrüstung zusammen. Die mit Abstand größten Posten sind Flugzeugcharter und Fluglehrer.

Minimum-Kalkulation des fliegermagazins (2025)

fliegermagazin hat im November 2025 Durchschnittspreise mehrerer Flugschulen zusammengetragen und dabei bewusst nur mit den gesetzlichen Mindeststunden gerechnet:

PostenLAPL(A)PPL(A)
Anmeldung300 €300 €
Theoriekurs (online und Präsenz)1.200 €1.200 €
Tauglichkeitsuntersuchung inkl. Augenarzt350 €400 €
Zuverlässigkeitsüberprüfung70 €70 €
Lernmaterial150 €150 €
Schulflüge im Zweisitzer (250 €/h)25 h: 6.250 €40 h: 10.000 €
Schulflüge im Viersitzer (300 €/h)5 h: 1.500 €5 h: 1.500 €
Landegebührenca. 150 Landungen: 1.500 €ca. 200 Landungen: 1.500 €
Sprechfunkkurs (BZF)300 €300 €
Charter Prüfungsflug450 €450 €
Prüfer100 €100 €
Theorieprüfung130 €130 €
Sprechfunkprüfung80 €80 €
Lizenzausstellung60 €60 €
Summe11.090 €16.440 €

Quelle: fliegermagazin, „Was kostet ein Flugschein?", 12.11.2025, abgerufen am 2026-10-02.

Ein realer Ausbildungsverlauf (2025)

Wie stark die tatsächlichen Kosten vom Minimum abweichen können, zeigt der Erfahrungsbericht einer fliegermagazin-Autorin. Sie schloss ihre PPL(A) im Mai 2025 ab. Sie flog überwiegend Cessna und Diamond DA40 und brauchte 72 statt der vorgeschriebenen 45 Flugstunden mit rund 360 Landungen. Ihre Gesamtkosten lagen bei 35.132,50 €. Davon entfielen 26.055 € auf die Flugstunden mit Fluglehrer und 4.598 € auf Landegebühren. Dazu kamen unter anderem 457 € für das Tauglichkeitszeugnis und 1.440 € für ein ANR-Headset.

Beide Quellen kommen zum gleichen Schluss: Kaum jemand schafft die Lizenz neben dem Beruf mit den Mindeststunden. Planen Sie deshalb eine deutliche Reserve über der Minimum-Kalkulation ein.

LAPL Kosten im Detail

Die LAPL Kosten liegen laut der fliegermagazin-Kalkulation von 2025 rund 5.350 € unter denen der PPL. Der Unterschied entsteht fast vollständig durch die 15 Flugstunden weniger. Theorie, Prüfungsgebühren und Funkausbildung kosten bei beiden Lizenzen gleich viel. Die LAPL ist damit vor allem für Piloten interessant, die ausschließlich in Europa mit kleinen einmotorigen Flugzeugen fliegen wollen.

Bedenken Sie aber: Wer später doch die PPL möchte, zahlt die zusätzlichen Flugstunden dann nach. Wer schon weiß, dass er Auslandsflüge außerhalb der EU oder weitere Berechtigungen anstrebt, fährt mit der direkten PPL-Ausbildung oft günstiger.

Pilotenschein Kosten senken: worauf Sie achten sollten

Die Pilotenschein Kosten lassen sich nicht beliebig drücken, weil Flugzeugcharter und Fluglehrer den größten Teil ausmachen. Einige Hebel gibt es trotzdem:

  • Regelmäßig fliegen: Lange Pausen zwischen den Flugstunden kosten Wiederholungsstunden. Wer konzentriert ausbildet, kommt meist mit weniger Stunden aus.
  • Flugzeugtyp: Schulflüge im Zweisitzer sind günstiger als im Viersitzer. Die fliegermagazin-Kalkulation rechnet mit 250 € gegenüber 300 € pro Stunde.
  • Verein oder Flugschule: Vergleichen Sie Vereine und gewerbliche Flugschulen. Achten Sie auf Stundenpreise, Paketangebote, Verfügbarkeit von Flugzeugen und Fluglehrern sowie auf Mitgliedsbeiträge.
  • Theorie gut vorbereiten: Wer die Theorieprüfung im ersten Anlauf besteht, spart Prüfungsgebühren und Zeit.
  • Gute Ausrüstung mit Maß: Ein Headset ist notwendig, muss aber nicht das teuerste Modell sein. Die Spanne bei Ausrüstung und Apps ist groß.

Als Einstieg in die Fliegerei sind auch Alternativen denkbar. Eine Übersicht finden Sie in den Ratgebern UL Schein Kosten, Segelflugschein Kosten und Hubschrauber Führerschein Kosten. Die UL-Lizenz kostete laut derselben fliegermagazin-Kalkulation im Minimum 8.544 €.

Laufende Kosten nach der Prüfung

Mit der bestandenen Prüfung enden die Kosten nicht. Damit Sie die Rechte Ihrer Lizenz nutzen dürfen, fallen regelmäßig weitere Ausgaben an.

Tauglichkeitszeugnis

Das Tauglichkeitszeugnis muss regelmäßig erneuert werden. Laut Regierungspräsidium Darmstadt gilt ein Zeugnis der Klasse 2 in der Regel 60 Monate bis zum 40. Lebensjahr, 24 Monate zwischen 40 und 50 Jahren und 12 Monate ab dem 50. Lebensjahr (Stand des Merkblatts: 2017). Mit zunehmendem Alter steigen die Untersuchungskosten pro Jahr also.

Erhalt der Rechte: LAPL(A)

Die LAPL(A) hat kein Ablaufdatum für die Klassenberechtigung. Sie dürfen die Rechte aber nur ausüben, wenn Sie in den letzten 24 Monaten 12 Flugstunden als verantwortlicher Pilot mit 12 Starts und Landungen und eine Auffrischungsschulung von mindestens einer Stunde mit Fluglehrer absolviert haben. Alternativ ist eine Befähigungsüberprüfung mit einem Prüfer möglich.

Erhalt der Rechte: PPL(A)

Bei der PPL(A) muss die Klassenberechtigung SEP alle zwei Jahre verlängert werden. Dafür brauchen Sie innerhalb der 12 Monate vor Ablauf 12 Flugstunden in der Klasse. Darin müssen 6 Stunden als verantwortlicher Pilot, 12 Starts und Landungen und ein Übungsflug von mindestens einer Stunde mit Fluglehrer enthalten sein. Alternativ ist eine Befähigungsüberprüfung möglich.

Passagiere

Für die Mitnahme von Passagieren brauchen Sie bei beiden Lizenzen innerhalb der letzten 90 Tage mindestens drei Starts, Anflüge und Landungen im selben Muster oder in derselben Klasse.

Fliegen nach der Lizenz: Charter, Verein oder eigenes Flugzeug

Um Ihre Rechte zu erhalten, müssen Sie also mindestens 12 Stunden in 12 bzw. 24 Monaten fliegen. In der Praxis fliegen die meisten Piloten deutlich mehr. Diese Stunden kosten Charter oder Vereinsbeiträge, oder Sie fliegen ein eigenes Flugzeug. Wer viel fliegt, rechnet irgendwann durch, ob sich ein eigenes Flugzeug oder eine Haltergemeinschaft lohnt. Hilfe dabei bieten der Beitrag Flugzeug chartern oder kaufen und der Ratgeber Haltergemeinschaft Flugzeug. Welche Kosten ein eigenes Flugzeug verursacht, erklärt der Ratgeber Flugzeug Unterhaltskosten.

Typische Schul- und Einsteigerflugzeuge

Viele Flugschulen bilden auf leichten Zweisitzern aus und nutzen für Überland- und Prüfungsflüge auch Viersitzer. Auch nach der Lizenz sind solche Muster beliebte erste eigene Flugzeuge:

Einen Vergleich verschiedener Einstiegsmodelle bietet der Beitrag Bestes Einsteiger Flugzeug. Das aktuelle Angebot finden Sie unter Motorflugzeug kaufen. Prüfen Sie dabei, ob das Flugzeug zu Ihrer Lizenz passt. Die LAPL(A) ist zum Beispiel auf 2.000 kg MTOM begrenzt.

Checkliste: Budgetplanung für die Lizenz

SchrittWas zu tun ist
Lizenz wählenLAPL(A) für Europa und kleine SEP, PPL(A) für ICAO-Konformität und Erweiterungen
Vorab klärenTauglichkeitszeugnis und Zuverlässigkeitsüberprüfung beantragen
Flugschule vergleichenStundenpreise für Flugzeug und Fluglehrer, Landegebühren, Paketpreise
Reserve einplanenMehr Flugstunden als das gesetzliche Minimum einkalkulieren
NebenkostenBZF, Lernmaterial, Headset, Prüfungsgebühren
Nach der LizenzMedical, Flugstunden zum Erhalt der Rechte, Übungsflug mit Fluglehrer

Fazit

Die Minimum-Kalkulation des fliegermagazins von 2025 nennt rund 11.090 € für die LAPL(A) und 16.440 € für die PPL(A). Ein realer Ausbildungsverlauf aus demselben Jahr zeigt, dass die tatsächlichen Kosten mit mehr Flugstunden deutlich höher liegen können. Planen Sie eine Reserve ein und wählen Sie die Lizenz nach Ihren Flugzielen. Rechnen Sie auch die laufenden Kosten nach der Prüfung ein. Wenn Sie nach der Lizenz ein eigenes Flugzeug suchen, hinterlegen Sie Ihre Wunschkriterien unter Flugzeug gesucht.

Häufige Fragen

Was kostet die Privatpilotenlizenz?

fliegermagazin kam im November 2025 mit den gesetzlichen Mindeststunden auf durchschnittlich 16.440 € für die PPL(A). Ein realer Ausbildungsverlauf mit 72 statt 45 Flugstunden kostete im selben Jahr 35.132,50 €. Planen Sie deshalb eine deutliche Reserve ein.

Wie hoch sind die LAPL Kosten?

Die Minimum-Kalkulation des fliegermagazins von 2025 nennt 11.090 € für die LAPL(A). Der Unterschied zur PPL entsteht fast vollständig durch die 15 Flugstunden weniger in der Mindestausbildung.

Wie viele Flugstunden braucht man für LAPL und PPL?

Das gesetzliche Minimum liegt bei 30 Stunden Flugausbildung für die LAPL(A) und bei 45 Stunden für die PPL(A). Hinzu kommen jeweils etwa 100 Stunden Theorie. In der Praxis brauchen die meisten Schüler mehr Flugstunden als das Minimum.

Welche Pilotenschein Kosten fallen nach der Prüfung an?

Laufend fallen Kosten für das Tauglichkeitszeugnis, die Flugstunden zum Erhalt der Rechte und den Übungsflug mit Fluglehrer an. Bei der PPL(A) muss die Klassenberechtigung SEP alle zwei Jahre verlängert werden, bei der LAPL(A) zählt die fortlaufende Flugerfahrung in den letzten 24 Monaten.

Was darf ich mit der LAPL(A) fliegen?

Einmotorige Kolbenflugzeuge und Reisemotorsegler bis 2.000 kg höchstzulässiger Startmasse mit höchstens vier Personen an Bord. Die LAPL(A) ist nicht ICAO-konform und gilt daher nur in den Staaten, die die Verordnung (EU) Nr. 1178/2011 anwenden.

Kann ich von der LAPL auf die PPL aufstocken?

Ja. Laut EASA wird die Theorie dabei voll angerechnet und die erforderliche Flugausbildung reduziert. Die zusätzlichen Flugstunden und die Prüfung müssen Sie aber bezahlen.

Wie lange ist das Tauglichkeitszeugnis Klasse 2 gültig?

Laut Regierungspräsidium Darmstadt in der Regel 60 Monate bis zum 40. Lebensjahr, 24 Monate zwischen 40 und 50 Jahren und 12 Monate ab dem 50. Lebensjahr (Stand des Merkblatts 2017). Fragen Sie im Zweifel Ihren Fliegerarzt.

Quellen

  1. Was kostet ein Flugschein? – fliegermagazin, abgerufen am 2.10.2026
  2. Juhu, ich bin Pilotin! Und was hat die Privatpilotenlizenz gekostet? – fliegermagazin, abgerufen am 2.10.2026
  3. Licensing for General Aviation – EASA, abgerufen am 2.10.2026
  4. Merkblatt Gültigkeit von Lizenzen LAPL(A) und PPL(A) – Gemeinsame Obere Luftfahrtbehörde Berlin-Brandenburg, abgerufen am 2.10.2026
  5. Informationen zur Privatpilotenlizenz PPL(A) nach VO (EU) 1178/2011 – Regierungspräsidium Darmstadt, abgerufen am 2.10.2026
  6. Light aircraft pilot licence – Wikipedia, abgerufen am 2.10.2026

Zuletzt redaktionell geprüft: 4.10.2026